Spuk und Grusel in der U-Bahn
Die "London Underground" von den Einheimischen schlicht "the Tube" genannt, ist die älteste U-Bahn der Welt. Im Eröffnungsjahr 1863 fuhren 30.000 Passagiere mit dieser Weltneuheit, die als ein Meisterstück viktorianischer Ingenieurs-Kunst galt und weltweit große Beachtung fand. Wer in London lebt, kennt die Gruselgeschichten, die sich um die einzelnen Haltestellen ranken. Die BBC berichtet immer mal wieder von den häufigen Erscheinungen der Untoten und Ermordeten, die sich nachts auf den Haltestellen herum treiben. Fast alle Bahnhofsvorsteher wissen von merkwürdigen Erscheinungen zu berichten, von den Schreien und Schritten, die selbst dann zu hören sind, wenn die Bahnhöfe schon geschlossen sind. 1933 wurde auf dem stillgelegten Bahnhof des "British Museum" ein dunkelhäutiger Geist mit Turban gesehen. Es wurde ein Preis von einer Zeitung für denjenigen ausgeschrieben, der eine Nacht alleine auf dem stillgelegten Bahnhof verbringen würde. Es meldete sich niemand.
"Dinner for one" - The same procedure as every year
Versuchen Sie bloß nicht, bei den Londonern mit Zitaten aus "Dinner for one" Sympathiepunkte zu ernten oder gar den einen oder anderen Lacher einzuheimsen. Den Briten ist die deutsche Kultsendung nämlich völlig unbekannt. Obwohl sowohl die Hauptdarsteller Freddie Frinton und May Warden als auch der Autor und Lauri Wylie aus Großbritannien kommen. (Wylie hat sich offenbar von dem ganz und gar nicht bewusstseinsgetrübten "Butler James" die Rechte an dem Sketch abschwatzen lassen und starb schließlich verarmt in seinem Wohnmobil, das ihm als Behausung diente). Selbst schuld, wenn man sich in einem Londoner Pub zum Affen macht, indem man eine Umfrage zu "Dinner for one" startet und erstaunt feststellt, dass kein Brite jemals in seinem Leben etwas gehört hat von Miss Sophie, Sir Toby, Admiral Schneider, Mr. Pommeroy oder Mr. Winterbottom. Der Grund ist trivial: Das britische Fernsehen hatte bisher kein großes Interesse an dem Klassiker, der 1963 vom Norddeutschen Rundfunk produziert wurde. Und wie es aussieht, ist und bleibt "Dinner for one" eine ganz und gar deutsche Delikatesse.
Kinder an der Leine - Usus in London
Wenn man das erste Mal eine Mutter sieht, die ihr Kleinkind an der Leine hinter sich herzieht, möchte man die Frau am liebsten so richtig durchschütteln und das Kind aus seiner unwürdigen Lage befreien. Aber wohin dann mit dem Kind? Nein, da kommt schon eine ganze Schar von Kindergartenkindern um die Ecke gekichert, die ebenfalls mit einer Art groben Strick mit der Erzieherin verbunden ist. Die vielen, gleichlangen Seile mit den bunten Kinderchen am anderen Ende ähneln ein wenig den gasgefüllte Luftballons, die es am Jahrmarkt zu kaufen gibt oder an die nimmersatten Hundesitter, die im Hydepark gleich dreißig Hunde gleichzeitig ausführen. Was uns grotesk vorkommt, ist in London eine gängige Methode, die Kinder im Großstadt-Dschungel unter Kontrolle zu behalten.
Die neue Art des Reisens - Kommunizieren war gestern!
Wer heute meint, er könnte auf Reisen den Partner seines Lebens finden, in der Londoner U-Bahn ein nettes Gespräch führen oder auf dem Bahnhof einen interessanten Menschen kennen lernen, der hat sich definitiv das falsche Zeitalter ausgesucht. Früher hat man andere Reisende nach dem Weg gefragt, heute kramt man sein GPS oder seinen digitalen Routenplaner aus der Hosentasche. Wer irgendwo warten muss und unter Dreißig ist, hat mit Sicherheit einen oder zwei Kopfhörer im Ohr und tippt vornübergebeugt in irgendein technisches Gerät. Sogar der obligatorische Flirt an der Supermarktkasse fällt aus, weil jeder und jede in jeder Sekunde auf seinen Blackerry, sein I-Phone oder sein Handy starrt. In London gibt es jetzt ein Restaurant, das dem Ganzen die Krone aufsetzt: Im High-Tech Restaurant Inamo kann man per Touchscreen ordern und braucht darum auch nicht mit der Bedienung groß in Kontakt zu treten. Das perfekte Restaurant also für die Generation "Soziopathen auf Reisen".
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