PETRA
Die verlassene Felsstadt war in der Antike die Hauptstadt des Nabatäer-Reiches, ein arabisches Nomadenvolk, das vor über 2000 Jahren
im Süden Jordaniens sesshaft wurde und diese beeindruckende Stadt in die Sandsteinfelsen geschlagen hat. Eines Tages verschwand die
ehemals prächtige Stadt gänzlich aus dem Bewusstsein der westlichen Welt, bis der Schweizer Reisende, Johann Ludwig Burckhardt, als
Araber verkleidet, die Stadt am 22. August 1812 wieder entdeckte.
Tagesausflug
Für die Erkundung von Petra sollten sich Besucher mindestens einen ganzen Tag Zeit nehmen. Vom Haupteingang aus kann man sich kostenlos von einem Pferd zum Eingang des Siq tragen lassen. Das Tal betreten Besucher nach Durchquerung des Siq, einer rund einen Kilometer langen Felsschlucht, die an manchen Stellen nur zwei Meter breit ist und 80 Meter in die Höhe ragt. Schon hier staunt man über die Farben von leuchtend gelb bis rot, die die Zeiten in den Felsen hinterlassen haben. Petras berühmtestes Monument, das Schatzhaus, taucht in überwältigender Weise am Ende des Siq auf. Die Beduinen glaubten damals, dass in der Urne ganz oben an der Fassade ein Schatz versteckt sei und versuchten ihn ihr durch Gewehrschüsse zu entlocken. Die 43 Meter hohe Fassade des Schatzhauses ist aber nur eines vom unzähligen architektonischen Wundern, die in Petra zu besichtigen sind.
Die Häuser in der antiken Stadt Petra wurden größtenteils durch Erbeben zerstört, aber die rund 500 in den Fels gehauenen Gräber überdauerten die Jahrhunderte. Bei verschiedenen Wanderungen und Aufstiegen können die zahlreichen Felsengräbern und Tempelfassaden, Totenhallen und Felsreliefs bewundert werden. Es gibt außerdem ein Theater aus dem frühen ersten Jahrhundert n. Chr. mit 3000 Sitzplätzen und diverse prächtige Grabfassaden an der Königswand. Nicht minder beeindruckend als das Schatzhaus ist das sogenannte Kloster aus dem ersten Jahrhundert, das man über mehr als 800 aus dem Fels gehauene Stufen erreicht. Es ist mit 50 Metern Höhe sogar höher als die Fassade des Schatzhauses. Ein beeindruckendes Panorama des antiken Petra bietet sich dem Besucher beim Aufstieg zum Hohen Opferplatz über der Stadt.
Petra by night
Ein besonderes Erlebnis ist es auch, Petra bei Nacht zu besichtigen, wenn der Siq und das Schatzhaus von 1.800 Kerzen beleuchtet werden. Vor dem Schatzhaus versetzen Flötenklänge alter Beduinenweisen die Besucher in Zauber. Die Touren finden dreimal pro Woche um 20.30 Uhr statt (montags, mittwochs und donnerstags).
Noch weiter vertiefen können Interessierte ihre Eindrücke von Petra bei einem Besuch des archäologischen Museums und des Museums der Nabatäer in der Ortschaft Wadi Musa, die an die antike Stadt angrenzt.
Hier finden Urlauber auch eine gute Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und natürlich zahlreiche Geschäfte, in denen einheimische Produkte
verkauft werden. Fast einen eigenen Besuch wert sind die Hotels Taybet Zaman, das etwa neun Kilometer von Petra entfernt liegt, und Beit Zaman am
Ortseingang von Wadi Musa. Beide waren ursprünglich traditionelle Dörfer, die stilvoll renoviert wurden. In der weitläufigen Anlage von Taybet Zaman
findet sich sogar ein kleines Museum, ein Souk und ein Dorfplatz, eine Bäckerei, ein Restaurant sowie eine Bar und ein Schwimmbad. Man fühlt sich gleich
einige hundert Jahre zurück versetzt. Jordanienreisende, die ihre Kenntnisse der landestypischen Küche vertiefen möchten, sollten außerdem "The Petra
Kitchen" besuchen. Hier werden unter fachkundiger Anleitung lokale Gerichte gekocht und danach gemeinsam verspeist.
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