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NATURSCHÄTZE

Aktives Jordanien: Naturparks und mehr
Die jordanische Gesellschaft "The Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN)" ist seit 1966 für den Naturschutz in Jordanien tätig und ist mittlerweile auch in Verbindung mit deutschen Reiseveranstaltern, die die Naturlodges und Wanderungen in ihre Programme aufnehmen. Die Ausflüge des RSCN in die Naturschutzgebiete finden meist ab Anfang April bis Ende September statt. Es werden Wander- und Schwimmausflüge, Wochenendausflüge sowie Nachtsafaris für Gruppen und Einzelpersonen angeboten.
Ajloun Ajloun

Etwa 2 Stunden nordwestlich von Amman liegt ein Naturschutzgebiet, das mit seinem Baumbestand aus Pinien, Eichen und Pistazienbäumen einen fast mediterranem Charakter hat: das "Ajloun Forest Reserve". In dem 13 Quadratkilometer großen Forstgebiet leben Waldsäugetiere, wie Wildschweine, Füchse und Hyänen. Im Frühling verwandelt sich die Landschaft dann in ein Meer aus Zistrosen und anderen Wildblumen. Nur hier wächst Jordaniens Nationalblume, die schwarze Lilie. Aufgrund des mediterranen Klimas kann die Region auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurück blicken, die sich in den zahlreichen archäologischen Ruinen widerspiegelt.

Zur Erkundung des Gebiets werden verschiedene geführte Touren auf Wanderpfaden angeboten. Darunter beispielsweise der sieben Kilometer lange Soap Maker"s Trail, der durch den grünen Eichenwald vorbei an vielen Aussichtspunkten zu einer traditionellen Seifenfabrik führt, in der Frauen Olivenseife herstellen. Der Rücktransfer erfolgt mit dem Bus. Übernachtungsmöglichkeiten bestehen in der Ajloun Forest Lodge, feste Zelthütten bzw. Bungalows in der Nähe des Besucherzentrums.
Dibeen Dibeen

Nur etwas südlich von Ajloun liegt Jordaniens jüngstes Naturschutzgebiet, das "Dibeen Forest Reserve", ein acht Quadratkilometer großes Waldgebiet in dem die Aleppo Kiefer wächst. Dibeen gilt als die trockenste Region der Welt, in dem diese Baumart wächst. Das Gebiet bietet Lebensraum für mindestens 17 vom Aussterben bedrohte Arten aus Flora und Fauna, darunter verschiedene Orchideenarten und das persische Eichhörnchen. Es gibt noch keine angelegten Pfade, aber verschiedene kleine Wege, die zu abgelegenen Lichtungen führen.
Azraq Azraq

Zweieinhalb Autostunden östlich von Amman tut sich mitten in der Steinwüste eine Oase auf: das "Azraq Wetlands Reserve". So ist der arabische Name "Azraq", der einfach "blau" bedeutet, nicht verwunderlich. Zu den Attraktionen zählen ein zeitweise überflutetes Marschland und ein großes Watt. Auch heute ist das Feuchtgebiet saisonal ein Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, auch der Einödgimpel, Jordaniens Nationalvogel. Das Naturschutzgebiet ist für die Vogelbeobachtung hervorragend geeignet. Innerhalb des Reservates können Besucher einen Rundgang über einen angelegten Steg durch das Schilf begehen, der zu einer Vogelbeobachtungsstation führt.

Die Region blickt aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage und den einst großen Wasser-Ressourcen auf eine kulturgeschichtlich reiche Vergangenheit zurück. Azraq wurde von Pilgern und Kamelkaravanen als Station genutzt, und Lawrence von Arabien war im Azraq Castle während der arabischen Revolte stationiert. Übernachten kann man heute in der Azraq Lodge, einem liebevoll umgebauten ehemaligen britischen Militärhospital. Von dort aus lassen sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten, darunter die Wüstenschlösser Qusair Amra, Qasr Kharana und Qasr al Hallabat, gut erreichen.
Shaumari

Es besteht außerdem die Möglichkeit im sechs Kilometer entfernten Wildpark "Shaumari Nature Reserve" auf Anfrage an Nachtsafaris teilzunehmen. Hier wurde vom RSCN ein Wildpark geschaffen, in dem vom Aussterben bedrohte Tiere der Region wieder eine Heimat gefunden haben. Große Erfolge konnten hier mit der Züchtung der arabischen Oryx-Antilope erzielt werden.

Dana

Direkt am berühmten King's Highway, der von Nord nach Süd durch das Land führt, liegt das "Dana Nature Reserve". Dana ist Jordaniens größtes Naturreservat, in dem man neben unterschiedlichen Geländeformen auch verschiedene Ökosysteme vorfindet. Ungefähr 700 Pflanzenarten, 215 Vogelarten und 40 Säugetierarten sind hier zu Hause. Daneben wartet Dana mit rund 100 archäologischen Stätten auf und ist Heimat von knapp 50 Beduinenfamilien. Dennoch gilt das Gebiet noch als verstecktes Juwel und Geheimtipp.
Dana Das Schutzgebiet wurde 1993 von der "Royal Society for the Conservation of Nature" (RSCN) übernommen, um den Ökotourismus zu fördern, die dortige Fauna zu schützen und das Leben der Dorfbewohner zu verbessern. Die Einkünfte aus dem Fremdenverkehr haben geholfen, Schulungen zum Thema Umweltschutz an den örtlichen Schulen durchzuführen, sowie das charmante gleichnamige Dorf herzurichten, das sich am Eingang des Reservats befindet und einen herrlichen Panoramablick in die Tiefebene bietet. Besucher, die nach einem passenden Souvenir suchen, müssen nicht mit leeren Händen gehen, denn die Dorfbewohner fertigen vor Ort hochwertigen Silberschmuck mit traditionellen Ornamenten, verarbeiten Wildkräuter, stellen hochwertige Olivenölseifen her und bieten hausgemachte Marmelade an.

Einen Einblick in die artenreiche Flora und Fauna des Naturparks vermitteln zum Beispiel die geführten Trecks für Besucher. Aber natürlich können auch Wanderungen auf eigene Faust unternommen werden. Kartenmaterial zu den verschiedenen Wanderrouten ist im Informationszentrum erhältlich. Die Touren reichen von einfachen Strecken von ein bis zwei Stunden Länge bis hin zu anspruchsvollen Wegen, für die zwischen fünf bis sieben Stunden eingeplant werden sollten. Die Feynan Copper Mine Tour beispielsweise führt über drei Kilometer vorbei an antiken Minen aus der römischen Epoche und den Ruinen der byzantinischen Siedlung Khirbet Feynan. Ausgangspunkt der Route ist die gleichnamige Eco Lodge, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Weitere Unterkünfte sind das Dana Guest House oder das Rummana Zeltlager. Von hier startet auch der Rummana Mountain Trail, der etwa zwei Stunden in Anspruch nimmt. Durch die beeindruckende Landschaft mit ihren unterschiedlichen Gesteinsformationen geht es hierbei zum Gipfel des Rummana Mountain (arabisch "Granatapfel-Berg"), von dem aus man einen beeindruckenden Blick über Wadi Araba genießt.
Wadi Rum Wadi Rum

Im Süden bezaubert die mondähnliche Szenerie der Wüste Wadi Rum mit isoliert stehenden Felsmassiven den Besucher. Wind und Wetter haben hier atemberaubende Täler und turmhohe Sandsteinberge geschaffen. Für Aktivurlauber sind zahlreiche Wanderrouten geboten, sowohl geführte als auch Wanderungen auf eigene Faust. Erwähnenswert ist hier insbesondere der acht Kilometer lange Weg vom Besucherzentrum zu den nach dem Buch von T.E. Lawrence benannten "Sieben Säulen der Weisheit". Reisende mit großer Abenteuerlust und echtem Sportsgeist bieten die Kletterfelsen des Wadi Rum die passende Herausforderung. Die beiden berühmtesten Klettermöglichkeiten sind am Jebel Barrah und am Jebel Rum liegen auf einer Höhe von 1.754 Metern zu finden. Bequemer ist die Fahrt durch das Wadi Rum auf geführten Geländewagentouren, die zu Sehenswürdigkeiten wie den prähistorischen Wandmalereien, fantastischen Sanddünen und verschiedenen Aussichtspunkten für einen spektakulären Sonnenuntergang führen. Die Wüstenlandschaft kann aber auch aus der Vogelperspektive heraus bestaunt werden, wie etwa bei einem Drachenflug oder auf einer Heißluftballonfahrt.

Neben den endlosen Möglichkeiten, das Wadi Rum zu Fuß zu entdecken, kann man die jordanische Wüste selbstverständlich auch vom Rücken eines Kamels aus erleben. Beduinen nehmen Besucher gern mit auf Safari - sowohl für Kurzausflüge als auch für Trecks mit drei bis sechs Übernachtungen (von Wadi Rum nach Aqaba am Roten Meer etwa). Unvergesslich ist in jedem Fall eine Übernachtung "unter 1000 Sternen" in einem Beduinencamp, teils mit traditionellen, schwarzen Beduinenzelten aus Ziegenhaar. Die Betreiber sorgen liebevoll dafür, dass die bezaubernde Atmosphäre der stillen Wüste nicht verloren geht und erhellen das Camp mit Kerzen, kochen typisches Essen auf dem Lagerfeuer und überlassen dem staunenden Gast der großartigen Naturkulisse.
Petra

Reiseziele des Monats

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