Libyen verweigert Europäer die Einreise

Artikel vom 12.03.2010 - 11:25

SchweizAm 15. Februar 2010 hat Libyen bereits bekannt gegeben, dass für Bürger der Länder des Schengen-Abkommens keine Visa mehr ausgestellt werden und bereits erteilte Visa ungültig seien. Nun hat die libysche Einreisebehörde gestern am 11. März 2010 weiterhin mitgeteilt, dass selbst diejenigen, die eine gültige Aufenthaltsberechtigung besitzen nicht nach Libyen einreisen dürfen.

Hierbei handelt es sich um eine Vergeltungsmaßnahme seitens Libyens, da die Schweiz, die ebenfalls dem Schengen-Raum angehört, ca. 180 Libyern die Einreise verweigerte. Sie rief außerdem die anderen Schengen-Länder dazu auf die Einreiseerlaubnis für Libyer restriktiver auszustellen.

Ausschlag gebender Punkt bei diesen Auseinandersetzungen war die „Hannibal-Affäre“. Die Schweizer Polizei nahm 2008 Hannibal al-Gaddafi, einen Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al- Gaddafi, und dessen Frau wegen Misshandlung ihres Hauspersonals fest. Daraufhin nahmen die Libyer zwei Schweizer, die sich in Libyen befanden, fest und leiteten ein Gerichtsverfahren gegen sie ein. Einer davon wurde mittlerweile freigesprochen, der andere erhielt wegen illegalen Aufenthalts 4 Monate Haft. Beide befinden sich in der Schweizer Botschaft in Tripolis.
 

 

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