Wer nach Japan reisen möchte, sollte sich darauf einstellen, dass das Land der Shinto-Schreine und futuristischen Vergnügungsparks doch so ganz anders ist als alles, was man von Europa kennt. Obwohl es eine hochentwickelte Industrienation ist, sind die kulturellen Unterschiede und die Symbiose aus Tradition und Moderne allgegenwärtig. Gewaltige Wolkenkratzer in den Städten stehen ruhigen Grünanlagen auf dem Land gegenüber. Die Hauptstadt Tokyo, Osaka und die alte Kaiserstadt Kyoto haben sich zu hochmodernen Zentren des wirtschaftlichen und des kulturellen Lebens entwickelt. Viele Menschen, die nach Japan reisen, kommen nicht zuletzt wegen der traditionell groß gefeierten Kirschblüte vor allem nach Kyoto; die Buddha-Skulptur in Kamakura ist Ausdruck des tiefen religiösen Bewusstseins, welches die Japaner noch heute prägt, und eine wichtige touristische Attraktion.
Unweit von Tokyo erhebt sich Japans heiliger Berg, der Fuji-san, der zugleich der höchste Berg Japans ist und umgeben von fünf Seen inmitten einer vulkanischen Hochfläche liegt. Natur pur erleben Japanreisende auch in den nach jahrhundertealter Gartenbaukunst angelegten Landschaftsgärten, wie z.B. dem Ritsurin Park in Takamatsu City.
Wer große Hitze nicht gewohnt ist, sollte nicht unbedingt im Hochsommer (Juli/August) nach Japan reisen, denn dann ist es meist unangenehm heiß. Die Monate Mai, Juni und Juli fallen außerdem in die Regenzeit und auch im August kann es noch zu starken Regenfällen kommen. Deutlich angenehmer ist es im Frühling; dann ist das Land nicht zuletzt wegen der Kirschblüte sehr sehenswert und erstrahlt in einem ganz besonderen Glanz. Sehr schön ist es auch, im Spätherbst nach Japan zu reisen, wenn die letzten Taifune vorüber sind und die Blätter sich bunt verfärben. Auch dann sind die Temperaturen durchaus angenehm. Insgesamt ist das Klima in Japan eher wechselhaft, so dass es sich empfiehlt, Kleidung für jedes Wetter dabei zu haben.
Das japanische Eisenbahnsystem gilt als eines der sichersten, pünktlichsten und komfortabelsten der Welt, so dass es sich uneingeschränkt empfiehlt, mit dem Zug durch Japan zu reisen. Ansagen und Anzeigen sind vor allem in städtischen Gebieten oft auf Englisch, so dass man sich gut zurechtfindet, auch wenn man der japanischen Sprache nicht mächtig ist. Auf der Hauptinsel Honshu verkehrt der Superexpresszug Shinkansen, der z.B. die Städte Kyoto, Osaka und Hiroshima miteinander verbindet. Weitere Bahn- und in den Bergen vor allem Buslinien verkehren zwischen den kleineren Orten. Japan Railways (www.japanrailpass.net) bietet einen Pass an, der jeweils für 7, 14 oder 21 Tage gilt und mit dem man per Zug, Bus oder gar Fähre (nach Miyajima) durch Japan reisen kann.
Seit jeher das religiöse Zentrum Japans, ist Kyoto als die geschichtlich und kulturell bedeutendste Stadt im Westen der japanischen Hauptinsel heute eine hochmoderne Metropole mit einer Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Die UNESCO hat mehrere Tempel und Shinto-Schreine in Kyoto zum Weltkulturerbe ernannt; der Koryu-ji-Tempel mit seinem sehenswerten Museum ist das älteste Gebäude der Stadt, einen Besuch wert ist auch der Kiyomizu-Tempel, von dessen Terrasse aus sich ein eindrucksvoller Blick über die Stadt bietet, oder der Zen-Garten des Ryoan-ji. In der Tempelhalle Sanjusangendo sind 1001 Statuen der Gottheit der Barmherzigkeit, Kannon, zu bestaunen.
Am Yasaka-Schrein in Kyoto findet im Juli das berühmte Schreinfest Gion Matsuri statt. Sollte man im Mai oder im Oktober nach Japan reisen, so kann man zwei weitere Feste, die in Kyoto mit farbenfrohen Umzügen gefeiert werden, erleben: das Stockrosenfest am 15. Mai und das Fest der Zeiten am 22. Oktober.
Die japanische Hauptstadt im Osten der Hauptinsel Honshu ist ein Ort der Gegensätze: Einerseits finden sich hier traditionelle buddhistische Tempel wie der Senso-ji und beschauliche Grünflächen wie der Ueno-Park, die Orte des Rückzugs darstellen; andererseits quillt die Stadt über vor Menschen, die U-Bahnen platzen aus allen Nähten, in den Straßen herrscht dichter Verkehr. Überall blinken neonfarbene Leuchtreklamen. Über dem Stadtgeschehen schwebt auf Betonpfeilern der Shinkansen, der japanische Superexpresszug. Auf keinen Fall sollte man nach Japan reisen, ohne sich die Millionenmetropole zumindest einmal anzusehen. Die Vielseitigkeit der Stadt macht ihren Reiz aus; von hochmodernen Büro- und Geschäftsvierteln bis hin zu beschaulichen Kulturstätten und bunten Vergnügungszentren hat die Stadt für jeden Geschmack etwas zu bieten.
Die Itsukushima-Insel, so der offizielle Name, gilt als einer der schönsten Orte Japans, der auf keiner Japanreise fehlen sollte. Die auch als „Schrein-Insel“ bekannte kleine Insel galt schon in frühgeschichtlicher Zeit als heiliger Ort und ist vor allem berühmt für ihr rotes Torii, welches vor dem Ufer der Insel aus dem Wasser ragt und nicht selten als Wahrzeichen Japans bezeichnet wird. Auch die einzelnen Gebäude des im 16. Jh. auf der Insel errichteten Itsukushima-Schreins sind auf Pfeilern gebaut und scheinen bei Flut auf dem Wasser zu schweben. Wer nach Miyajima reisen möchte, gelangt über die Inlandsee mit einer Fähre zur Insel. Interessant ist, dass auf der Insel Wildtiere leben, welche die vielen Touristen tagsüber nicht scheuen und die sich nachts auf den Wanderwegen zum Schlafen niederlassen.
Wer in den Genuss kommt, nach Japan zu reisen, wird feststellen, dass die Landschaft stark von vulkanischen Aktivitäten geprägt ist. Höchster Berg des Landes ist der Vulkan Fuji-san, der an der Grenze zwischen Yamanashi und Shizuoka 3776 Meter in die Höhe ragt. Er erhebt sich inmitten einer herrlichen Landschaft auf einer Hochebene und ist umgeben von 5 Seen. Selbst im Sommer bleibt die Bergspitze schneebedeckt und bietet einen imposanten Anblick. Zum letzten Mal ausgebrochen ist der Vulkan im Jahr 1707.
Da Berge und Vulkane in Japan als Sitz der Götter verehrt werden, wurde mit dem Sengen-Schrein auch auf dem Fuji-san eine religiöse Gedenkstätte errichtet. Für alle, die im Sommer nach Japan reisen, ist es ein sehr schönes Erlebnis, den Berg zu besteigen und in einer der zahlreichen Berghütten zu übernachten. Eine besondere Erfahrung ist es auch, den Sonnenuntergang vom Gipfel aus zu betrachten.
Der Koraku-Landschaftsgarten in Okayama spiegelt die hohe Kunst der japanischen Gartenkultur wider und gilt als einer der schönsten seiner Art. Man geht davon aus, dass ein Schüler des japanischen Gartenarchitekten Kobori Enshu den Garten zwischen 1686 und 1702 im Auftrag des Lehnsfürsten Daimyo anlegte und sich dabei strikt an die Vorgaben seines großen Lehrers hielt. Grünflächen und kleine Teepavillons, denen Sie auch andernorts begegnen werden, wenn Sie durch Japan reisen, wechseln sich ab mit Bäumen, Sträuchern, Hügeln und Teichen. Dabei wurden ganz nach dem Prinzip der „geborgten Landschaft“, bei dem ein Park in Dialog mit der Umgebung tritt, auch Dinge einbezogen, die sich außerhalb der Anlage befinden, so z.B. die Burg am anderen Ufer des Flusses. Auch eine Teeplantage und ein Reisfeld sind Teil des Parks.
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