Als Kulturhauptstadt 2010 zeigt sich Istanbul den Besuchern in all seinen Facetten. Gleichermaßen geprägt vom Islam wie vom Christentum, ist die Stadt am Bosporus ein einmaliges Beispiel für das Nebeneinander zweier unterschiedlicher Kulturkreise. Das Stadtbild Istanbuls offenbart das Erbe des byzantinischen, sowie des osmanisches Reiches. Mehr als 500 verschiedene Moscheen erwarten die Besucher auf ihrer Reise durch die auf sieben Hügeln erbaute Stadt. Spontane Last-Minute-Urlauber sollten sich auf jeden Fall die Sultan-Ahmet-Moschee, auch Blaue Moschee genannt und die Beyazit-Moschee ansehen. Sie beeindrucken durch ihre außergewöhnliche Architektur.
Die Sultan-Ahmet-Moschee besitzt als einziges Gotteshaus auf der ganzen Welt sechs Minarette. Zu den Highlights Istanbuls zählt außerdem die weltberühmte Hagia Sophia. Der prachtvolle Kuppelbau wurde ehemals als Moschee genutzt und beherbergt heute ein Museum. Außerdem locken das Museum für Kalligraphie oder die traditionellen türkischen Bäder jährlich tausende Besucher in die Stadt. Moderne Shoppingmeilen und Szenecafés findet man in Istanbul ebenso, wie die traditionelle orientalische Atmosphäre auf den Basaren und Märkten. Und nachts verwandeln die Bars und Clubs von Beyoğlu und Ortaköy die Stadt in eine Partymetropole.
Wer es warm und sonnig mag, der kommt am Besten im Juli und August nach Istanbul. Während dieser beiden Monate, den heißesten des Jahres, liegt die durchschnittliche Temperatur bei 22 °C. Last-Minute-Urlauber sollten in jedem Fall daran denken, leichte Baumwollkleidung im Gepäck haben, denn in den Sommermonaten klettert das Thermometer unaufhaltsam in die Höhe. Temperaturen von 30 °C im Schatten sind dabei keine Seltenheit. Die häufigsten Niederschläge erwarten Instanbul-Reisende im Dezember und Januar. In den Wintermonaten sinkt die Temperatur erheblich ab und liegt bei lediglich 5 °C. Die beste Zeit für einen Instanbul-Urlaub ist von Mai bis Oktober. Dann ist es nicht zu heiß, aber trotzdem angenehm warm und sonnig.
Istanbul ist mit seinen 12 Millionen Einwohnern keine Stadt für Autofahrer. Bei den chaotischen Verhältnissen auf den Straßen behält man als Fremder nur schwer den Überblick. Deshalb sollte man das Auto besser stehenlassen und auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen. Wer es eilig hat, der sollte bevorzugt in ein Taxi steigen. Die Fahrt ist nicht teuer, aber man sollte darauf achten, dass das Taxameter eingeschaltet ist. Busse sind hingegen häufig überfüllt und wegen der vielen Haltestellen und des Verkehrs sehr lange unterwegs. Innerhalb der Stadt ist es daher ratsam, viel Zeit für die Fortbewegung einzuplanen, wenn man von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten gelangen möchte. Last-Minute Ausflüge sind in Istanbul eher unmöglich.
Die berühmte Hagia Sophia, eine der prächtigsten Kuppelbauten der ganzen Welt, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Kirche wurde im 6. Jh. eingeweiht und war während der glorreichen Zeit des Byzantinischen Reiches der religiöse Mittelpunkt für die gläubigen Muslime des Landes. Diesen Status hat sich die Hagia Sophia fast ein Jahrtausend lang bewahrt. Als die Osmanen die Stadt Istanbul im Jahre 1453 eroberten, wurde der Kuppelbau schließlich als Moschee genutzt. Seit 1934 beherbergt die Hagia Sophia ein Museum. Zu diesem Zweck wurde das gesamte Gotteshaus umgewandelt. Künstler verkleideten die Wände und Fußböden mit wertvollen Marmor-, Porphyr- und Alabasterplatten. Die Kuppeln und Emporen wurden mit leuchtend goldenen Mosaiken besetzt. Diese zeigen Abbildungen von verschiedenen Heiligen sowie den segnenden Christus. Sehenswert sind auch die Säulen mit den eleganten Kapitellen, regelrechten Meisterwerken der Plastik. Auch wer Last-Minute nach Istanbul reist, sollte einen Besuch der Hagia Sophia auf jeden Fall einplanen.
Gut drei Stunden muss man einplanen, wenn man sich in Istanbuls berühmtem türkischem Bad, dem Cağaloğlu Hamamı, verwöhnen lassen möchte. Die Anlage wurde bereits 1741 von Sultan Mahmut I. erbaut und vor Kurzem liebevoll restauriert. Trotz der Modernisierung hat das altehrwürdige Bad jedoch nichts von seinem ursprünglichen Charme verloren. Auch die traditionelle Trennung des Bades in zwei unterschiedliche Trakte für Männer und Frauen ist bis heute erhalten geblieben.
Die Badezeremonie geht noch auf die alten Römer zurück. Kasse, Umkleiden und eine Bar mit Liegen zum Entspannen findet man im Camekan, dem ehemaligen Apodyterium, dem Auskleideraum der römischen Bäder. Während der Zeremonie durchläuft man verschiedene Stationen, angefangen vom Soğukluk, in dem man sich bei warmen Temperaturen wäscht, bis hin zum Heißluftraum, dem Hararet. Dort findet auf einem Marmorpodest, dem Göbektas, eine Massage mit viel Seifenschaum und Peelingkratzer statt. Zum Abschluss gießt man sich als Erfrischung Wasser aus den Wandbrunnen über den Körper.
Ganze sieben Jahre hat es gedauert, bis die Sultan-Ahmet-Moschee in Istanbul fertiggestellt wurde. Den Auftrag für den Bau des Gotteshauses erteilte der damalige Sultan des Landes, Ahmet I., Anfang des 17. Jhs. Auch wer als Last-Minute-Urlauber nach Istanbul reist, sollte einen Besuch der berühmten Moschee einplanen. Die sechs Minarette, die kein anderes Gotteshaus auf der ganzen Welt besitzt, machen die Sultan-Ahmet-Moschee zu einem ganz besonderen Erlebnis für einheimische Gläubige ebenso wie für Touristen. Einen atemberaubenden Anblick bieten auch die unzähligen Halbkuppeln, die stufenförmig zur Hauptkuppel emporsteigen. Im Inneren der Moschee erwarten die Besucher vier imposante Rundpfeiler und die aus weißem Marmor gearbeitete Gebetsnische und -kanzel. Die Wände bestechen durch 21.000 blaugrüne Fayencen, die Blumen, Weinranken, Früchte und weitere Symbole des Paradieses verbildlichen. Der Bau ist deshalb auch unter dem Namen Blaue Moschee bekannt.
In einer ehemaligen Koranschule am Beyazıt-Platz befindet sich heute das Türkische Kalligraphiemuseum. Hier können Besucher in die höfische Welt der Osmanen eintauchen und die Kunst der Kalligraphie hautnah erleben. Damals wurde die Kalligraphie vor allem verwendet, um Texte und Gebetszeilen aus den Koran auf künstlerische Art wiederzugeben und den Worten Gottes die passende äußere Form zu verleihen. Außerdem wurden auch Bauwerke, Möbel oder Einrichtungsgegenstände mithilfe der Kalligraphie verziert. Ein Highlight des Museums ist eine Tafel, auf die der gesamte Koran geschrieben wurde. Ganze sieben Jahre brauchte der Kalligraph Şeyh Mehmed Selim el Kadırı für diese Arbeit. Auch einige Barthaare des Propheten Mohammed sowie Erde von dessen Grab sind im Museum zu sehen.
Was heute die Fußballspiele sind, das waren im antiken Konstantinopel die Wagenrennen. Diese beim Volk äußerst beliebten Veranstaltungen fanden im At Meydanı, der Pferderennbahn von Istanbul statt. An diese traditionsreiche Kultur erinnern noch einige Monumente auf der Mittelmauer, der sogenannten Spina. Dort stehen neben einem ägyptischen Obelisken, der vom damaligen Kaiser Theodosius gestiftet wurde, auch die Schlangensäule aus Delphi, die Konstantin der Große aufstellen ließ, sowie eine gemauerte Säule, die ehemals mit Reliefplatten aus Bronze verziert war. Als Kaiser Wilhelm II. Istanbul besuchte, stiftete er der Stadt den Alman Çeşmesi, den Deutschen Brunnen.
Einst boten 30 m hohe Tribünen rings um die Rennbahn für insgesamt 100.000 Menschen Platz, während die Nordseite den Palästen hoher Staatsbeamter vorbehalten war. Im Süden war die Kaiserloge zu finden, die auf direktem Weg mit dem Großen Palast verbunden war. Die Rundkurve der Bahn wurde von gemauerten Unterbauten auf der westlichen Seite getragen. Heute ist der At Meydanı eine friedliche Grünanlage, die von Bäumen umgeben ist.
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