Historische Dörfer, wilde Steilküsten, goldgelbe Sandstrände und atemberaubende Landschaften, wie man sie aus Rosamunde Pilcher-Filmen kennt - das ist Irland, die „grüne Insel“, auf der die Natur in sprichwörtlich 40 Grüntönen schimmert. Der Inselstaat, dessen nordöstlicher Teil zu Großbritannien gehört, darf sich einer 1448 km langen Küstenlinie rühmen, die im Osten von der Irischen See und im Westen vom Atlantik umspült wird. Die ursprünglichen Sandstrände locken Badeurlauber und Wassersportler, die vor allem in den Sommermonaten nach Irland reisen, die Seafood-Restaurants in den alten Fischerdörfchen genießen einen ausgezeichneten Ruf.
Zahlreiche Legenden und Mythen ranken sich um das Land am nordwestlichen Zipfel Europas, das vermutlich schon vor 9000 Jahren von einer Steinzeitkultur besiedelt war. Auf die Zeit um 3200 v. Chr. werden die großen Megalithgräber von Knowth und Newgrange datiert. Ein Erbe aus der Zeit der Kelten, die Irland zur Eisenzeit besiedelten, ist z.B. die sagenumwobene Götzenfigur auf der Insel Boa. Die urbanen Zentren Dublin, Galway, Cork, Belfast, Limerick und Londonderry, in denen das moderne Leben brodelt, stellen einen erfrischenden Gegensatz zum idyllischen Leben auf dem Land und zur rauen Natur Irlands dar.
Wer nach Irland reisen möchte, kann sich auf ein gemäßigtes, ozeanisches Hochseeklima mit milden Wintern und kühlen Sommern einstellen, welches stark vom Golfstrom beeinflusst wird. Die jährlichen Temperaturunterschiede fallen vergleichsweise gering aus; allgemein lässt sich aber sagen, dass es im Januar mit einer Durchschnittstemperatur von 4 bis 7 °C am kältesten und mit 14 bis 16 °C im August am wärmsten ist. Temperaturen von 25 °C oder mehr braucht man auf Irland Reisen kaum erwarten. Das milde Klima, die hohe Luftfeuchtigkeit und die häufigen Niederschläge lassen die Natur ganzjährig grünen. Die beste Reisezeit für sonnenverwöhnte Urlauber aus dem Süden liegt zwischen April und Juni - dann ist die Chance auf ein paar wärmende Sonnenstrahlen am größten. Allerdings kann es um diese Zeit zuweilen auch sehr windig und wechselhaft sein. Man sollte daher niemals ohne Regenschirm nach Irland reisen.
Völlig frei und unabhängig durch Irland reisen kann man am besten mit einem Mietwagen. Es gibt zahlreiche internationale und lokale Anbieter, besonders im Bereich der Flug- und der Fährhäfen. In der Regel gelten ein Mindestalter von 21 und ein Höchstalter von 75 Jahren. In jedem Fall sollte beachtet werden, dass in Irland Linksverkehr herrscht und dass in der Republik Irland Entfernungen zwar in Kilometern, Geschwindigkeitsbeschränkungen aber in Meilen angegeben werden. In Nordirland wird beides in Meilen angegeben.
Auch mit Bussen und Bahnen gelangt man in Irland bequem vom einen Ort zum anderen; das Linienbusnetz von Bus Éireann ist gut ausgebaut und umfasst auch kleinere Ortschaften. Wichtige Bahnstrecken verbinden vor allem die Orte und Städte im Osten der Republik miteinander; von hier aus gibt es Abzweigungen in den Westen.
An den Cliffs of Moher kann man auf Irland Reisen die Kraft des Atlantiks in ihrer ursprünglichen Form erleben: Die Steilklippen zwischen Doolin und Liscannor in der Grafschaft Clare an der Südwestküste Irlands gehören zu den beeindruckendsten Naturphänomenen, die das Land zu bieten hat. Bis zu 230 m ragen die Klippen steil aus dem Wasser auf und nehmen ganze 8 km der Küstenlinie ein. Am höchsten Punkt steht der 1835 vom irischen Landlord Sir Cornelius O’Brien als Wachturm errichtete O’Brien Tower, von dem aus man bei schönem Wetter in der Ferne die Aran Islands oder auch die Galway Bay erblicken kann. Neben verschiedenen Arten von Seevögeln ist auf den Klippen von Moher eine große Kolonie von Papageientauchern beheimatet.
Um die Klippen in ihrer ganzen Pracht bewundern zu können, empfiehlt es sich, eine Schiffstour entlang der Klippen zu unternehmen. Im Besuchererlebniszentrum informieren interessante Ausstellungen über die Cliffs of Moher.
Der „Weg des Riesen“ ist eine bizarre Küstenlandschaft mit einer Vielzahl von dicht aneinander gereihten Basaltsäulen unterschiedlicher Größe, die sich zwischen dem Meer und den Klippen des Antrim Plateaus an der Causeway Coastal Route in Nordirland formiert hat.
Wissenschaftlich lässt sich diese mystische Landschaft zwar durch vulkanische Aktivitäten erklären, viel spannender ist jedoch die Legende: Der Sage nach haben Riesen das heutige Weltnaturerbe der UNESCO geschaffen, genau genommen der Riese Fionn Mac Cumhaill, der über einen Damm nach Schottland gelangen wollte, um den Schotten Benandonner, seinen Kontrahenten, zu besiegen.
Einen Kilometer vom Giant’s Causeway entfernt befindet sich ein Besucherzentrum, in dem Interessierte sich über die sagenumwobene Sehenswürdigkeit informieren können. Von dort aus fährt ein Shuttle-Bus in regelmäßigen Abständen zum Giant’s Causeway, sehr schön ist auch eine Wanderung entlang dieser Küstenstraße, die als eine der schönsten der Welt gilt.
Eine der schönsten Attraktionen, die man auf Irland Reisen besuchen sollte, ist der Rock of Cashel im Golden Vale im Südwesten Irlands. Über 600 Jahre lang war der Kalksteinfelsen Sitz der Könige von Munster; viele Bauwerke sind bis heute erhalten geblieben: Mächtig thront die gotische Kathedrale, die im 13. Jh. erbaut wurde, auf seinem Gipfel; als älteste Gebäude gelten der 28 m hohe Rundturm aus dem 12. Jh. und die Cormac’s Chapel, die vom ersten Bischof von Cashel, Cormac MacCarthaigh, erbaut und im Jahr 1134 als romanische Kirche geweiht wurde. Außerdem erhalten sind ein Schloss aus dem 15. Jh. und die Hall of the Vicars Choral, die zwischenzeitlich restauriert wurde.
Der Legende nach ist der Teufel persönlich für die Entstehung dieses geschichtsträchtigen Ortes verantwortlich: Er soll einen Bissen aus einem 30 km entfernten Berg, der heute den Namen „Devil’s Bit“ trägt, genommen und dabei einen Zahn verloren haben. Diesen spuckte er dann genau an der Stelle wieder aus, an der sich heute der Rock of Cashel befindet.
Als der irische Bischof St. Ciarán von Clonmacnoise Mitte des 6. Jhs. am Ostufer des Flusses Shannon ein Kloster errichten ließ, konnte er noch nicht ahnen, dass sich daraus eine ganze Klosterstadt entwickeln würde, die noch Jahrhunderte später die Menschen in ihren Bann zieht. Um die frühchristliche Siedlung herum entstanden insbesondere zwischen dem 10. und dem 17. Jh. weitere kleine Kirchen, Kapellen und Bauwerke, von denen heute noch die Ruinen einer Kathedrale und mehrerer Kirchen, zwei Rundtürme und drei Hochkreuze zu bewundern sind. Außerdem befindet sich in Clonmacnoise die größte Sammlung frühchristlicher Grabsteine in ganz Westeuropa. Obwohl die Stätte heute zu den beliebtesten Ausflugszielen auf Irland Reisen zählt, ist es ein Ort der Ruhe und des Friedens, von dem aus Bootstouren in die Umgebung starten. Das nahe gelegene Besucherzentrum informiert über die Geschichte der Klosteranlage sowie über Flora und Fauna der zur Grafschaft Offaly gehörigen Landschaft.
Mit 70.000 Einwohnern ist Galway die größte Stadt an der irischen Westküste; dennoch gibt sie sich ruhig und beschaulich und ist der Inbegriff dessen, was man sich unter einer typisch irischen Stadt vorstellt. Wegen ihrer ausgezeichneten Universität und ihrer Nähe zu verschiedenen gälischsprachigen Gebieten ist Galway nicht zuletzt bei Studenten sehr beliebt, die z.T. extra nach Irland reisen, um die gälische Sprache zu erlernen. Zudem ist die Stadt bekannt für ihre bunte Musikszene und die unzähligen Pubs und Restaurants. In der charmanten autofreien Altstadt rings um den Hafen finden sich einige gut erhaltene Bauten aus dem 16. Jh. Als grüne Oase im Zentrum lädt der John F. Kennedy Memorial Park am Eyre Square (Stadtplatz) zum Verweilen und Entspannen ein. Von hier aus lässt sich die Stadt gut zu Fuß erkunden. Sehenswert sind u.a. das City Museum am Spanish Arch, die Kathedrale und das Haus, in dem Nora Barnacle, die Ehefrau von James Joyce, lebte.
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