Lake Superior, Lake Michigan, Lake Huron, Lake Ontario und Lake Erie - das sind die Great Lakes, die fünf Großen Seen, welche das Landschaftsbild im Nordosten der USA und im Südosten Kanadas prägen. Riesige Wälder, weitläufige Grünflächen, durchzogen von Bächen und Flüssen einerseits und pulsierende Großstädte wie Toronto, Chicago oder Buffalo andererseits machen den Reiz der Region rund um die Great Lakes aus.
Im Winter gleicht die Gegend einem „Winterwunderland“, in den Herbstmonaten tönt der „Indian Summer“ die Natur in den herrlichsten Farben. Ob Golfen, Angeln, Radfahren, Wandern, Wasser- oder Wintersport - die ausgeprägten Jahreszeiten ermöglichen ein breites Spektrum an Freizeitaktivitäten und locken Urlauber aus allen Nationen an die Great Lakes. Zahlreiche Nationalparks laden zu Wildlife-Abenteuern ein, einen Besuch der Niagarafälle sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Entdecken Sie die Gegend rund um die Great Lakes mit all ihren Facetten und lassen Sie sich verzaubern von den vielfältigen Möglichkeiten, die sich Ihnen hier bieten!
In der Region der Great Lakes herrscht ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit großen jahreszeitlichen Unterschieden. Die trockene und warme Luft vom Golf von Mexiko beeinflusst das Wetter rund um die Great Lakes, das sehr wechselhaft sein kann, ebenso wie die kalten Winde aus der Arktis. Kalte und schneereiche Winter, in denen die kleineren Seen von einer Eisschicht bedeckt sind und die Temperatur auf bis zu -35 °C sinken kann, stehen warmen bis heißen Sommern gegenüber, in denen sich die Durchschnittswerte zwischen 25 und 30 °C bewegen. Es kann in den Sommermonaten aber auch subtropisch heiß werden mit Temperaturen von über 30 °C. Im Frühling erwacht die Natur mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen zu neuem Leben und im Herbst hält der „Indian Summer“ Einzug und färbt die Wälder in prächtigen Farben. Die beste Reisezeit für die Great Lakes Region liegt zwischen Mai und Oktober.
Die großen Städte an den Great Lakes wie z.B. Chicago, Detroit und Toronto sind durch ein ausgesprochen gutes Flugnetz miteinander und mit anderen Zielen in Kanada, den USA und Übersee verbunden. Wer die ganze Schönheit der Great Lakes Region hautnah erleben möchte, kann mit einem Wohnmobil oder einem Mietwagen durch das Land reisen; der große Vorteil dieser Art der Fortbewegung besteht darin, dass man seine Reise völlig frei und unabhängig von den festen Zeitplänen der Reiseveranstalter planen kann. Mietwagen können in der Regel in einer Stadt ausgeliehen und in einer anderen wieder abgegeben werden.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen; die Greyhound-Linienbusse bilden ein dichtes Netz rund um die Great Lakes (http://www.greyhound.com).
Rund 50 m stürzt das Wasser der Niagara Falls im Grenzgebiet zwischen den US-Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz Ontario die Tiefe. Beeindruckend ist jedoch nicht die Höhe der Wasserfälle, sondern vor allem ihre Breite von fast 800 m. Ein Großteil des Wassers rauscht auf kanadischer Seite die so genannten „Horseshoe Falls“ hinab, einen kleineren, aber ebenfalls beachtlichen Teil bilden die „Bridal Veil Falls“ und die „American Falls“ auf US-amerikanischer Seite. Zwischen den beiden erstgenannten Abschnitten der Wasserfälle bildet Goat Island eine natürliche Barriere, die beiden letztgenannten trennt Luna Island.
Entstanden sind die Niagara Falls zwischen Erie- und Ontariosee während der letzten Eiszeit, als sich das schmelzende Gletscherwasser seinen Weg von den Great Lakes in Richtung Atlantik bahnte. Seither zählen die Niagara Falls zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen Nordamerikas, die jedes Jahr Millionen von Touristen in ihren Bann ziehen. Wer dem Geschehen möglichst nahe sein will, kann eine Schiffstour mit der „Maid of the Mist“-Flotte von den American Falls bis hin zu den Horseshoe Falls unternehmen oder über die Fußgängerbrücke zwischen Luna Island und Goat Island spazieren. Nachts sind die Niagarafälle stimmungsvoll beleuchtet und sehr schön z.B. vom Minolta oder vom Skylon Tower aus zu besichtigen.
Viele Künstler, darunter die Mitglieder der kanadischen Künstlerformation „Group of Seven“, ließen sich schon von der traumhaften Natur des Killarney Provincial Parks am nördlichen Ufer des Lake Huron inspirieren. Der Park nimmt eine Fläche von 345 m2 ein und gilt als einer der schönsten in ganz Ontario in der Great Lakes Region. Vier Eiszeiten haben Hunderte von klaren Gletscherseen und die Quarzitgipfel der La Cloche Range entstehen lassen. Die Farben der Felsen reichen von Rot- über Weiß- bis hin zu Pinktönen, die der Seen von Kristallblau bis Smaragdgrün, tiefgrüne Nadelwälder runden das Bild ab.
Der Park ist heute ein Paradies für Paddler und Wanderer; das Gebiet ist durchzogen von einem Netz reizvoller Wanderwege, darunter der 100 km lange La Cloche Silhouette Trail, der zum Teil entlang der Küste der Georgian Bay, vorbei an Flüssen und Bergseen führt. Ein weiterer beliebter Wanderweg ist der Granite Ridge Trail, welcher über schimmernde Granitfelsen hin zu schönen Aussichtspunkten über der Georgian Bay führt.
Wer möglichst viel von Kanada an nur einem Ort sehen möchte, sollte nach Montréal reisen. Die Stadt vereint Häuser und Kirchen aus drei verschiedenen Jahrhunderten, der historische Stadtkern steht in spannendem Kontrast zu den modernen Wolkenkratzern der Neustadt.
Montréal liegt direkt am St.-Lorenz-Strom, der die Great Lakes mit dem Atlantischen Ozean verbindet. Ein Ort, an dem das alte und das neue Montréal aufeinandertreffen, ist die Place d’Armes, der alte Exerzierplatz, mit einer Statue des Stadtgründers Paul de Maisonneuve und der berühmten Basilika Notre-Dame. Letztere ist in jedem Fall eine Besichtigung wert; die neogotische Kirche mit ihrem prachtvoll gestalteten Inneren gilt als eine der schönsten in Nordamerika. Unter dem ältesten öffentlichen Platz der Stadt, der Place Royale, befinden sich die Überreste der ersten örtlichen Siedlung Ville-Marie, die über das angeschlossene Musée d‘archéologie et d’histoire Pointe-à-Callière zugänglich ist.
Ein Museum der besonderen Art befindet sich heute an der Stelle in der Great Lakes Region, an welcher der erste nordamerikanisch-europäische Kulturkontakt stattfand. 1639 errichteten französische Jesuiten aus Québec, die seit 1624 hier missionierten, eine Missionsstation in der ersten europäischen Siedlung, in der 66 Menschen ein Zuhause fanden. Im Jahr 1649 wurden die Bewohner jedoch von Irokesen vertrieben und ihre Behausungen zerstört. Übrig blieben nur die Tagebücher der Mönche, die das Geschehen ihrer Zeit eindrucksvoll dokumentierten.
Die einstige Missionsstation wurde inzwischen originalgetreu wieder aufgebaut und Besucher können heute eine Reise in die Vergangenheit unternehmen: Szenen aus jener Zeit, in der Jesuiten und Huronen hier friedlich zusammenlebten, werden anschaulich nachgespielt; das angeschlossene Museum vermittelt weiterführende Informationen über das Leben der frühen kanadischen Pioniere.
Mehr als ein gewöhnlicher Stadtpark ist der Lincoln Park am südlichen Ufer des Lake Michigan im US-Bundesstaat Illinois. Auf der 5 km2 großen Grünfläche im Osten der Stadt sieht man im Winter Ski-Langläufer ihre Bahnen ziehen; in der warmen Jahreszeit bevölkern Sonnenanbeter und Picknicker die Wiesen rund um den weltbekannten Lincoln Park Zoo, der sich im Zentrum befindet. Mehrere kleine Seen, Rad- und Wanderwege versprechen Erholung und Ruhe abseits der Großstadthektik. Wer möchte, kann sich ein Paddelboot ausleihen und damit über den South Pond schippern. Badestrände und Tennisplätze ziehen Einheimische wie Touristen in die grüne Oase von Chicago inmitten der Great Lakes Region. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören außerdem die Lincoln Park Conservatory Gardens und das Peggy Notebeart Nature Museum.
Eine Statue des namensgebenden Präsidenten Abraham Lincoln steht in andächtiger Pose im Garten ihres Schöpfers, Augustus Saint-Gaudens, beim Chicago History Museum im Süden der Parkanlage. Das Mausoleum im Südosten erinnert an die einstige Funktion des Parks als städtischer Friedhof.
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