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Feuerland - Faszination pur

Feuer und Eis - Das Klima in Feuerland
Die Reise ans Ende der Welt
Ushuaia
Nationalpark Tierra del Fuego
Tren del Fin del Mundo - der Zug am Ende der Welt
Martial-Gletscher
Río Grande

BergeFeuerland (Tierra del Fuego) wird nicht zu Unrecht gerne als das Ende der Welt bezeichnet. Seit jeher übt die Inselgruppe an der Südspitze Südamerikas, die vom Festland durch die Magellanstraße getrennt ist, eine große Faszination auf den Menschen aus und zieht Reisende buchstäblich in ihren Bann. Feuerland unterteilt sich in einen chilenischen und einen argentinischen Teil. Die nahezu unberührte Natur der westlichen Inseln ist geprägt von Bergen und Seen; auf den Weiden sieht man Schafe grasen. Die einzige nennenswerte Siedlung auf diesem Teil von Feuerland ist das chilenische Städtchen Porvenir.

 

 

Etwas lebhafter geht es auf dem argentinischen Teil der Inseln im Westen zu; Ushuaia, die südlichste Stadt Argentiniens, die nicht selten als südlichste Stadt der Welt bezeichnet wird, ist heute eine viel besuchte Touristenattraktion. Beeindruckende Stille herrscht in der Darwin-Gebirgskette mit ihren Gletschern und Eisfeldern. Steppe dominiert den Norden, Bergland den Süden. Eisbedeckte Berge säumen die Ufer des Beagle-Kanals und der Magellanstraße. Wer nach Feuerland reist, lässt sich auf ein Abenteuer der besonderen Art ein und kehrt sicherlich mit unvergesslichen Eindrücken nach Hause zurück.

Feuer und Eis - Das Klima in Feuerland

In Feuerland herrscht ein kühles, ozeanisches Klima. Vor allem im Süden kommt es häufig zu Niederschlägen, nicht selten in Form von Schnee, die Höhenlagen (über 3000 m) sind das ganze Jahr über schneebedeckt. Als beste Reisezeit für Feuerland bieten sich die Sommermonate (von Dezember bis Februar/März) an; die Tage sind dann länger und die Durchschnittstemperaturen bewegen sich um 10 °C. Deutlich kühler sind die Wintermonate (von Juni bis August). In dieser Zeit haben viele Unterkünfte geschlossen und Busse fahren seltener als in den anderen Jahreszeiten. Generell ist das Wetter in Feuerland sehr unbeständig und bisweilen stürmisch; während es in der einen Minute noch regnet, kann in der nächsten schon wieder die Sonne vom Himmel lachen. Warme Kleidung sollte in keinem Reisegepäck fehlen.

Die Reise ans Ende der Welt

SonnenuntergangDie meisten Touristen kommen per Flugzeug aus Buenos Aires nach Feuerland, manchmal mit Zwischenstopp in Trelew, Río Gallegos oder El Calafate, seltener aus Santiago de Chile. Es gibt zwei internationale Flughäfen in Feuerland, einen in Ushuaia und einen Río Grande. Auch die Anfahrt auf dem Landweg ist möglich; aus Richtung Norden kommend erreicht man Feuerland am besten mit dem Auto oder Bus und der Fähre von Punta Arenas in Chile oder Río Gallegos in Argentinien. Obwohl der Seeweg einst die einzige Möglichkeit darstellte, nach Feuerland zu kommen, gibt es heute außer Fähren keine Passagierschiffe, welche die Inselgruppe direkt mit dem Festland verbinden. Allerdings machen viele Kreuzfahrtschiff Station in Feuerland.

Sehenswürdigkeiten

Ushuaia

Ob Ushuaia die südlichste Stadt der Welt ist, darüber scheiden sich die Geister. Fest steht jedoch, dass das größte urbane Zentrum in Feuerland die südlichste Stadt Argentiniens ist. Direkt am Beagle-Kanal vor der eindrucksvollen Kulisse des Martial-Gletschers gelegen, ist die Stadt heute eine wichtige touristische Destination auf der großen Feuerland Insel „Isla Grande de Tierra del Fuego“, nicht zuletzt wegen ihrer Nähe zum Feuerland Nationalpark und weiteren Sehenswürdigkeiten. Man schätzt die Einwohnerzahl auf derzeit ca. 80.000. Im Sommer bieten sich gute Gelegenheiten zum Wandern, Radfahren, Reiten und Fischen; im Winter locken vielfältige Wintersportmöglichkeiten. Auch Bootstouren auf dem Beagle-Kanal oder bis hin zum Kap Hoorn sind beeindruckende Erlebnisse. Das ehemalige Gefängnis wurde in ein „Museum am Ende der Welt“ umfunktioniert; hier stehen u.a. Wachsfiguren berühmter Krimineller, die einst hier inhaftiert waren.

Nationalpark Tierra del Fuego

BergeDer erste und lange Zeit einzige Küstennationalpark Argentiniens wurde im Jahr 1960 am Beagle-Kanal im Südosten von Feuerland gegründet. Ziel war es, die Wälder und ursprünglichen Landschaften der Region zu schützen. Rund 63.000 ha Fläche nimmt der Park ein und umfasst Gletscher, tiefe Schluchten, Berge, Täler, Flüsse, Seen und Moore. Er ist durchzogen von einem 25 km langen Netz von Wanderwegen mit herrlichen Aussichtspunkten. Sehr schön sind z.B. die Bucht Bahía Lapataia sowie der Weg dorthin. Darüber hinaus kann man einige archäologische Stätten der Ureinwohner von Feuerland, der Yámana, besichtigen. Die Grenze zum nördlichen Teil bildet der Lago Fagnano, ein Süßwassersee, durch den Süden schlängelt sich der Río Lapataia. Der Nationalpark ist nur ca. 15 km von Ushuaia entfernt und von dort aus über die Nationalstraße 3 oder auch mit dem „Tren del Fin del Mundo“, dem Zug am Ende der Welt, zu erreichen.

Tren del Fin del Mundo - der Zug am Ende der Welt

Auf derselben Strecke, die heute der „Tren del Fin del Mundo“ auf seiner knapp zweistündigen Tour zurücklegt, wurden früher die Häftlinge aus dem Gefängnis von Ushuaia zum Wald transportiert, um Brennholz für das Dorf zu beschaffen. Die rot-grüne Nachbildung des Originalzuges startet am „Bahnhof am Ende der Welt“ (Estación del Fin del Mundo), 8 km westlich der Stadt, und bringt ihre Fahrgäste bis zur Haltestelle im Nationalpark Tierra del Fuego. Dabei fährt der Zug durch urwüchsige Wälder, vorbei an Torfmooren, Flüssen und Seen. Ein Stück des Weges führt am Río Pipo entlang. Bevor der Zug die Grenze zum Nationalpark passiert, legt er einen Zwischenstopp am Wasserfall „Cascada de la Macarena“ ein; hier befindet sich auch eine rekonstruierte Siedlung der Yámanas, der Ureinwohner von Feuerland. An der Endstation im Nationalpark können Fahrgäste aussteigen und nach einer kurzen Pause zur Estación del Fin del Mundo zurückfahren oder von hier aus den Nationalpark erkunden. Die Fahrt wird begleitet von einem englisch- und spanischsprachigen Reiseleiter, der die Geschichte des Gefangenenzuges anschaulich erklärt.

Martial-Gletscher

GletscherNordöstlich von Ushuaia befindet sich der Martial-Gletscher, der sich mit geeigneter Ausrüstung besteigen lässt. Der 1050 m hohe Überrest aus der letzten Eiszeit wurde nach Captain Luis Fernando Martial benannt, dem Leiter einer französischen Expedition, die Feuerland im Jahr 1883 besuchte, um den Planeten Venus zu beobachten. Über eine Serpentinenstraße gelangt man zur Talstation des Sesselliftes; wer möchte, kann den Weg komplett zu Fuß zurücklegen, der Aufstieg zur Bergstation dauert nur etwa 15 Minuten. Von dort aus benötigt man ungefähr 1,5 Stunden für den Aufstieg zum ewigen Eis. Dem Wanderer bietet sich eine atemberaubende Aussicht auf Ushuaia, den Beagle-Kanal und die Insel Navarino auf chilenischer Seite. Alternativ kann man den Cañadon Negro, den Weg östlich des Gletschers nehmen, der besonders für ungeübte Bergwanderer geeignet ist und den Blick auf das Andorratal freigibt.

Río Grande

Die Stadt im Nordosten der Isla Grande de Tierra del Fuego, die den Beinamen „Hauptstadt der Forelle“ trägt, erlangte nicht zuletzt wegen ihrer hervorragenden Angelsportmöglichkeiten internationale Bekanntheit. An der Mündung des gleichnamigen Flusses und am Ufer des Argentinischen Meeres gelegen, erreicht man Río Grande über die Nationalstraße 3. War es in früheren Jahren vor allem die Schafzucht, welche die Menschen nach Río Grande brachte, wächst die Bevölkerung der Stadt heute u.a. aufgrund der attraktiven Gehälter, die hier gezahlt werden. Bekannt ist Río Grande auch für das Reservat an der Küste, in dem jedes Jahr Zugvögel aus der Antarktis Zuflucht suchen. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören die historischen Gebäude der Misión Salesiana, die 1983 zum Nationalmonument erklärt wurden. Inzwischen gibt es zahlreiche komfortable Unterkünfte in Río Grande, die zu einer Reise nach Feuerland einladen.

 

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