Paradiesische Bedingungen für Naturliebhaber herrschen in dem kleinen Land zwischen Panama und Nicaragua. Costa Rica erfreut sich seit einigen Jahren steigender Beliebtheit und hat trotzdem nichts von seinem ursprünglichen Charme verloren. Das Land gilt noch immer als Geheimtipp für Individualtouristen. Die imposanten, teilweise aktiven Vulkane, der dichte naturbelassene Regenwald und die kilometerlangen Sandstrände sind in jedem Fall einen Besuch wert. Erlebnis- und Abenteuerurlaub inmitten einer herrlichen Natur ist ein echtes Highlight in Costa Rica. Das gut ausgebaute öffentliche Verkehrssystem macht es Urlaubern leicht, auf eigene Faust durch Costa Rica zu reisen und die atemberaubenden Stimmungen der reizvollen Landschaft einzufangen.
Rund um die Hauptstadt San José herrscht ein modernes, lebendiges Flair. Im Hochland wird auf unzähligen Plantagen Kaffee angebaut. Hügelige Weiden und dichte Wälder bieten optimale Bedingungen für den Anbau von Kaffeebohnen oder Bananen. Beim Reisen durch Costa Rica sollte man unbedingt eine dieser Plantagen besichtigen. Derzeit sollen ganze 5 % aller Tier- und Pflanzenarten der Welt in Costa Rica zu finden sein, darunter auch so außergewöhnliche Tiere wir Rotaugenfrösche, Baumschlangen oder Jaguare. Um diese Vielfalt zu erhalten, steht rund ein Drittel der Landesfläche unter Naturschutz.
Nach Costa Rica reisen kann man das ganze Jahr über, denn im Land herrschen immer relativ milde Temperaturen. Entlang der Atlantikküste steigt das Thermometer auf durchschnittlich 26 °C. Im Landesinneren herrschen Temperaturen von etwa 20 °C. In den regenreichen Monaten von Mai bis November ist das Wetter am Vormittag meistens gut, und nur am Nachmittag kann es zu kurzen schauerartigen Niederschlägen kommen. Wer in das Bergland von Costa Rica reisen möchte, der sollte auf jeden Fall warme Kleidung im Gepäck haben. In den Gebirgen sinken die Temperaturen nachts stark ab und liegen teilweise sogar um den Gefrierpunkt. Sonnencreme und Insektenschutzmittel gehören ins Reisegepäck für den Regenwald. Kleidung mit langen armen und robuste Hosen schützen vor Kleintieren und Mücken.
Innerhalb von Costa Rica zu reisen, ist für Touristen völlig problemlos. Überlandbusse verkehren zwischen den wichtigsten Städten und überzeugen mit intakten Fahrzeugen und zuverlässigen Fahrplänen. Je weiter man von der Hauptstadt San José weg ist, desto weniger Busse stehen zur Verfügung. Hier ist es ratsam, ein eigenes Auto zu mieten. Die Beschilderung in Costa Rica kann mit den europäischen Standards allerdings nicht mithalten. Außerdem können einige Straßen und Gebiete während der Regenzeit nur schwer befahren werden. Die Polizei in Costa Rica ist sehr streng, deshalb sollten Geschwindigkeitsbeschränkungen und Parkverbote genau eingehalten werden. Kostengünstig kann man sich innerhalb des Landes auch mit dem Flugzeug fortbewegen.
Weltoffen und modern präsentiert sich San José, die Hauptstadt Costa Ricas, seinen Gästen. Ein echter Blickfang zwischen den Hochhäusern ist das traditionelle Teatro Nacional im Stil der Renaissance. Ende des 19. Jhs. wurde dieses imposante Bauwerk mithilfe der finanziellen Unterstützung der Kaffeebarone des Landes errichtet. Als Vorbild nahm man sich damals das Opernhaus in Paris. Die Einweihung des Nationaltheaters von Costa Rica fand am 19. Oktober 1897 nach siebenjähriger Bauzeit statt. Das erste Stück, das im Theater aufgeführt wurde, war Goethes „Faust“. Schon die Eingangshalle ist ein künstlerisches Meisterwerk. Marmortreppen, venezianische Spiegel und herrliche Fresken erwarten die Besucher hier. Das Deckengemälde zierte den, inzwischen als Zahlungsmittel ungültigen, 5-Colones-Schein, der bei Sammlern als „schönste Banknote der Welt“ bekannt ist. Im Halbrund des Auditoriums finden 1040 Gäste Platz. Der Zuschauerraum ist zur Bühne geneigt und kann für Tanzaufführungen waagerecht positioniert werden.
Die Halbinsel an der westlichen Küste Costa Ricas hat sich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt, obwohl langsam aber sicher der Luxustourismus Einzug hält. Unzählige Hotels sprießen entlang der paradiesischen Strände von Nord nach Süd aus dem Boden. Im Inneren des Landes scheinen die Uhren allerdings angehalten worden zu sein. Dort bestimmt noch immer die Tradition das Leben der Menschen. Folklore vermischt sich mit der Architektur der Kolonialzeit und bietet den Besuchern einen Einblick in landestypische Gewohnheiten. Ein Geheimtipp für die Liebhaber von traditionellen Tänzen und Volksmusik ist die Ortschaft Santa Cruz.
Ein beeindruckendes Schauspiel erlebt man an der Playa Ostional, wenn die riesigen Meeresschildkröten an die Küste kommen, um dort ihre Eier abzulegen. Rucksacktouristen schätzen die idyllische, unberührte Landschaft des Playa Montezuma im Süden der Halbinsel. Teure Jachten reihen sich an der Playa Flamingo dicht an dicht und lassen die Besucher über den unglaublichen Luxus staunen.
Die Geschichte Cartagos ist vor allem von den drei schweren Erdbeben überschattet, welche die Stadt mehrmals in Trümmer legten. Bereits im Jahre 1560 wurde Cartago gegründet und war lange Zeit die Hauptstadt Costa Ricas. Von der einst so prächtigen Pfarrkirche steht heute nur noch eine Ruine, die einen nahezu gespenstischen Anblick bietet. Die legendäre Heilkraft der „Negrita“, der „Schwarzen Madonna“, lässt jährlich am 2. August tausende Gläubige in die Basílica de los Angeles pilgern. Die beliebte Wallfahrtskirche wurde 1926 erbaut und begeistert Besucher aus aller Welt durch ihre einzigartige Architektur im byzantinischen Zuckerbäckerstil. Etwa 6 km südwestlich von Cartago liegt der Jardin Lankester. Dieser liebevoll angelegte Garten stellt die gesammelte Blumenpracht der Tropen zur Schau. Ein malerischer Anblick ist das Valle de Orosí, das südöstlich von Cartago liegt. Kaffeeplantagen, Serpentinenstraßen und herrliche Flussläufe hat das Tal zu bieten. Ein echtes Abenteuer kann man bei einer Wildwasserfahrt auf dem Rio Pacuaré bei Turrialba erleben.
Vom Parkplatz aus muss man nur 500 m zu Fuß gehen und schon steht man direkt am Vulkan. Der Stratovulkan Poás liegt innerhalb eines Nationalparks und ist nur etwa 55 km von der Hauptstadt San José entfernt. Der Hauptkrater befindet sich auf einer Höhe von 2704 m. Ab der Mittagszeit ziehen rund um den Gipfel meist Wolken auf. Daher lohnt es sich, den Weg zum Krater bereits am frühen Morgen vor 9 Uhr anzutreten. Warme Kleidung ist hierbei Pflicht, denn tagsüber wird es auf dem Gipfel nicht viel wärmer als 10 °C. Die Temperaturen im 314 m tiefen Kratersee liegen hingegen bei 40 bis 70 °C. Wer genau hinsieht, kann auf der Oberfläche des grün-gelb schimmernden Gewässers ein leichtes Brodeln erkennen. Die Luft riecht sehr stark nach Schwefel und der Vulkan stößt ab und an Wasser oder Schlamm hervor.
Der 5599 ha große Nationalpark rings um den Vulkan hat außerdem viele herrliche Wanderwege zu bieten. Durch einen atemberaubenden Nebelwald gelangt man beispielsweise zum erloschenen Krater Laguna Boto.
Wer durch Costa Rica reisen und trotzdem Ruhe und Erholung finden möchte, der sollte ins Valle de Orosí kommen. Der Aussichtspunkt „Mirador Orosí“ bei Paraíso bietet eine atemberaubende Sicht auf das malerische Tal. Zahlreiche Flüsse schlängeln sich durch die grüne Ebene. Ein Paradies für Wassersportfans ist die Gegend rund um den Stausee Cachí. Das bedeutendste Bauwerk des Landes befindet sich ganz in der Nähe des Sees im Dorf Ujarrás. Die Ruine der Kirche beeindruckt auch heute noch Besucher aus aller Welt. Zwischen 1681 und 1693 wurde das Gotteshaus errichtet und 1833 schließlich von einer Flut niedergerissen. Erdbeben und Modernisierungen konnten Orosí bisher nichts anhaben, daher sieht es auf diesem einzigartigen Fleckchen Erde noch fast genauso aus wie vor 200 Jahren. Eine tragende Rolle für die Trinkwasserversorgung von San José spielt der 1992 gegründete Nationalpark Tapantí, der mit einem jährlichen Niederschlag von mehr als 6500 mm gesegnet ist. Viele verschiedene Vogelarten sind hier heimisch.
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